Guppys – Alle Infos und Details


Herkunft von Guppys

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Der natürliche Lebensraum der Guppys umfasst Flüsse und Süßgewässer des nördlichen Südamerika und dem gesamten Mittelamerikanischen Raum. Selten sind sie auch in salzhaltigem Wasser, etwa and Ozeanmündungen, zu finden. Die größten Populationen leben im nordbrasilianischen Raum, in Venezuela und Guayana. Auch auf vor der Küste Südamerikas vorgelagerten Inseln, sind Guppys heimisch.

Hierzu zählen hauptsächlich Inseln wie die Barbados, Trinidad, Grenada, Saint Thomas, Antigua, die Inseln über dem Winde und die Niederländischen Antillen.

Aufgrund der Tatsache, dass der Guppy unter Aquarianern zum Weltweit beliebtesten Südwasser zählt, findet er sich mittlerweile auf der ganzen Welt wieder. Guppys wurden mit Vorliebe zur Dezimierung von im Süßwasser brütenden Mosquitolarven eingesetzt. Dadurch verschiffte der Mensch sie um die gesamte Welt herum und setzte sie in natürlichen Gewässern ab. Aufgrund ihrer besonders guten Bruteigenschaften, vermehren sich Guppys rasant. Dies trug einerseits zu einer schnelleren weltweiten Ausbreitung bei, andererseits wächst die heimische Population dem ein oder anderen Aquarienbesitzer über den Kopf. Viele Guppys wurden auf der ganzen Welt in Flüssen und Seen ausgesetzt.

Auch in Deutschland finden sich frei lebende Guppy Populationen. Meist sind es Nachkommen von ausgesetzten Zuchtfischen und haben mit der Wildform des Guppys nicht viel gemein. Als tropische Fischart, ist der Guppy allerdings auf konstante Wassertemperaturen zwischen 22 und 27 Grad angewiesen. Aufgrund der mitteleuropäischen, klimatischen Bedingungen, ist es für den Guppy kaum möglich, sich landesweit in frostempfänglichen Flüsse und Seen auszubreiten. Sein Bewegungsspielraum beschränkt sich auf nicht frierende Gewässer, wie sie natürlicherweise in Thermalquellen und auch um Wärme speichernde Industrieanlagen herum zu finden sind. Häufig sind Guppys auch in Brack- und Abwässern gesichtet worden. Bei Köln z.B lebt eine bekannte Guppy Population in 30 Grad warmen Abwasser einer Kläranlage. In Frankfurt leben mehrere Populationen in der Nähe eines Heizkraftwerkes und auch in Botanischen Gärten sind Guppys zu finden.

Heute findet man Fische für das heimische Aquarium hauptsächlich in der Zoohandlung und unter Fischzüchtern. Wildformen des Guppys existieren mit unter noch in seinem ursprünglichen Verbreitungsgebiet. Nicht heimische Fische lassen sich meist auf Zuchtfische und Wildkreuzungen zurückführen.

Haltung von Guppys

Guppys besitzen eine enorme Anpassungsfähigkeit. In der Natur sind sie in vielfältigen Gewässertypen anzutreffen. Sie halten sich sowohl im Süßwasser als auch im Brackwasser auf und sind somit abgehärtete Anfängerfische, die durchaus kleine Haltungsfehler verzeihen.

Wasser – ein wichtiges Thema!

Der Wasserwechsel sollte bei den Zierfischen natürlich in regelmäßigen Abständen erfolgen. Damit lässt sich ein zu hoher Schadstoffgehalt vermeiden. Zu diesem Zweck wird alle zwei Wochen ungefähr ein Viertel des Beckeninhaltes gewechselt. Diese Vorgehensweise entfernt zwar die Stoffwechselprodukte nicht vollständig, aber reduziert sie maßgeblich. Ganz wichtig ist ein Filter, der das Wasser zusätzlich reinigt und für ausreichend Sauerstoff sorgt. Der pH-Wert sollte zwischen 6 bis 8 liegen.

Darüber hinaus zählen Guppys zu den wechselwarmen Tieren. Sie benötigen deshalb eine möglichst gleichbleibende Wassertemperatur. Der Idealbereich liegt zwischen 20 bis 30 Grad Celsius. Ist die Temperatur nicht korrekt eingestellt, entwickeln die Fische starke Reaktionen. In einem zu warmen Becken wachsen die kleinen Schwimmer zu schnell und bei zu niedrigen Temperaturen deutlich langsamer. Gleichzeitig begünstigt ein warmes Becken die Sterblichkeit.

Ernährung

Obwohl Guppys nicht sonderlich anspruchsvoll sind, ist eine abwechslungsreiche Ernährung dennoch gegeben. Die Grundlage bilden hierbei Trockenfutter auf pflanzlicher Basis oder das herkömmliche Flockenfutter. Auch kleine Mückenlarven in Form von Lebendfutter sind beliebt. Als besondere Leckerbissen gelten Salinenkrebse oder Mikrowürmer. Gleichfalls vertilgen die Tierchen auch Reste von Aas, die teilweise im Becken treiben. Dabei schnappt sich der Oberflächenfisch die Nahrung vorzugsweise am oberen Rand des Wassers. Die Fische fressen den Vorrat restlos auf. Ihnen ist es egal, wie oft und in welcher Menge die Nahrung „zufließt“. Allerdings sollte man stets beachten, dass ein Zuviel des Guten nicht nur die Wasserqualität sondern auch den bunten Aquariumbewohner belastet. Eine Überfütterung ist oftmals der Hauptgrund des Fischesterbens! Als Anhaltspunkt wird empfohlen, die regelmäßige Fütterung ein- bis maximal zweimal täglich durchzuführen.

Was muss ich noch beachten?

Richten Sie das Aquarium artgerecht ein! Hierzu zählen in jedem Fall geeignete Pflanzen. Das nötige Grün sorgt nicht nur für den Abbau von Schadstoffen selbst, sondern dient gleichzeitig auch als Versteck und Rückzugsort für die Guppys. Eine entsprechende Ausstattung mit UV-Strahlung darf ebenfalls nicht fehlen. Bei hellem Licht entfalten die Tiere ihre Farbenpracht wesentlich besser. Gleichzeitig sorgt es auch für ein positives Wohlbefinden. Das UV-Licht kann ebenso durch das helle Sonnenlicht ausgeglichen werden. Bei dieser Variante besteht allerdings die Gefahr, dass sich die Algenbildung rasant entwickelt. Prinzipiell ist eine Beleuchtungsdauer von ungefähr zwölf Stunden optimal. Fachspezifische Beobachtungen haben erwiesen, dass ein Absenken der Temperatur den Biorhythmus der Guppys positiv beeinflusst. Es steigert sowohl das Wohlbefinden als auch die Lebensdauer. Eine Minderung von zwei bis drei Grad Celsius sind vollkommen ausreichend!

Zucht von Guppys

Die Zucht von Guppys ist relativ einfach und unkompliziert. Eine regelmäßige und gezielte Begattung ist gar nicht nötig, da die Weibchen die sogenannten Spermienpakete eine längere Zeit speichern und während ihrer Geschlechtsreife abrufen können. Die Fische vermehren sich sehr stark: Bei einer artgerechten Haltung unter optimalen Bedingungen werfen die weiblichen Guppys etwa alle vier Wochen, wobei die Anzahl der Jungfische pro Wurf bis zu 100 betragen kann. Die Kleinen sind direkt nach der Geburt schwimmfähig und nach rund vier Monaten ausgewachsen. Für die Zucht werden idealerweise ein männlicher Guppy und zwei bis drei Weibchen verwendet. Die Verwendung nur eines Weibchens ist nicht zu empfehlen, da es vom Männchen zu stark bedrängt und gehetzt werden würde. Sind mehrere Guppy-Weibchen im Becken, verteilt sich die Aufmerksamkeit besser.

Das Becken, das zur Zucht benutzt wird, sollte im Idealfall eine Kapazität von wenigstens 30 und höchstens 75 Litern Wasser aufweisen. Die Abdeckung des Filters mit einem durchlässigen Stoff (Nylonstrumpf) ist zu empfehlen, da die Brut ansonsten zu stark angezogen werden würde. Da die Guppy-Eltern zum Kannibalismus neigen, müssen sich die Jungfische verstecken können. Am besten eignen sich dafür Pflanzen in Bodennähe.
Um eine kräftige und gesunde Brut zu erreichen, ist hochwertiges Fischfutter mit einem hohen Nährwert empfehlenswert.

Die Schwangerschaft eines Guppy-Weibchens lässt sich an einem dunklen Punkt am Unterbauch leicht erkennen. Ist dies der Fall, kann das Männchen sofort wieder ins ursprüngliche Aquarium zurückgesetzt werden. Etwa 26 bis 31 Tage tragen die Weibchen den Nachwuchs in ihrem Inneren. Wenn sich der Guppy kaum noch bewegt, steht die Geburt unmittelbar bevor. Ein typisches Anzeichen für Wehen ist das Schütteln des ganzen Körpers, außerdem hält sich das Weibchen zur Geburt gerne am Heizelement auf. In den ersten Tagen nach der Geburt benötigen die Jungfische meist noch kein Futter, denn sie zehren dann noch eine Weile von ihrem Dottersack. Da manche der kleinen Guppys ihren Dottersack jedoch etwas schneller aufbrauchen als ihre Geschwister, ist eine Futtergabe ab dem zweiten Tag nach der Geburt anzuraten. Weil die Kleinen zudem gerade in der ersten Lebensphase einen sehr schnellen Stoffwechsel haben, sollte die Fütterung mindestens zweimal pro Tag erfolgen.

Die ideale Wassertemperatur liegt im Zuchtbecken bei 24 bis 26 Grad Celsius. Ist die Temperatur zu hoch, wachsen die Jungfische meist zu schnell, so dass es leicht zu Ausfällen, Krankheiten und Fehlbildungen kommen kann. Ist das Wasser dagegen zu kalt, fährt der Stoffwechsel auf Sparflamme, so dass die kleinen Guppys zu langsam wachsen.

Geschlechtsbestimmung von Guppys

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Die Geschlechtererkennung ist beim Guppy im Vergleich zu anderen Fischen sehr einfach. Meist erkennt man schon auf den ersten Blick, ob es sich um ein Männchen oder ein Weibchen handelt. Es gibt jedoch vereinzelte Exemplare, bei denen die Färbung generell weniger ausgeprägt ist, sodass hier die Erkennung auf anderem Wege erfolgen muss. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen: Während männliche Guppys über farbprächtige Schuppen verfügen, sind die weiblichen Guppys meist deutlich weniger bunt. Dies ist jedoch inzwischen zuchtabhängig und kein eindeutiger Garant mehr für die Bestimmung des Geschlechts – inzwischen gibt es vereinzelt auch sehr bunte Exemplare unter den weiblichen Guppys.

Ein weibliches Exemplar des Guppys verfügt zudem immer über einen Trächtigkeitsfleck unter dem Bauch. Dieser entsteht ab ca. der vierten Lebenswoche des Tieres und ermöglicht eine sichere Geschlechtererkennung am Guppy. Außerdem verfügt das Weibchen stets über eine Afterflosse in Form eines Fächers. Bei den Männchen dagegen wirkt diese eher wie ein Stäbchen, das spitz zuläuft. Anhand dieser Merkmale lässt sich bei dem beliebten Fisch meist sehr schnell das Geschlecht bestimmen. Sollte es dennoch unklar sein, gibt es jedoch auch weitere Aspekte, die auf das Geschlecht hindeuten können.

So spielt auch die generelle Körperform des Guppys eine große Rolle bei der Geschlechterbestimmung. Weibliche Exemplare verfügen über einen runden Bauch, der ausreichend Platz für eventuellen Nachwuchs bietet. Männchen dagegen sind meist deutlich schlanker gebaut und können sich etwas wendiger bewegen.

Sollte es dennoch zu Problemen kommen, das Geschlecht zu bestimmen, sollte man sich entsprechenden Rat bei zuständigen Fachhändlern oder Züchtern einholen. Da die Harmonie des Aquariums maßgeblich mit der Anzahl der Fische sowie deren Geschlecht zusammenhängt, sollte man bei der optimalen Fischzusammensetzung genau wissen, zu welchem Geschlecht die gewünschten Aquariumsbewohner gehören.

Eine Schwangerschaft vor dem Kauf bestimmen

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Nicht nur das Geschlecht der Tiere selbst kann vor dem Erwerb der Fische wichtig sein, sondern auch, ob ein eventuell erworbenes Weibchen bereits befruchtet wurde und somit Nachwuchs in sich trägt. Da die Tiere bereits ab dem dritten Lebensmonat geschlechtsreif werden, spielt dies häufig eine große Rolle. Eine Trächtigkeit lässt sich jedoch nicht so leicht erkennen wie das Geschlecht selbst, daher sollte hier mit einem professionellen Züchter Rücksprache gehalten werden, der einen geschulten Blick für eine

eventuelle Schwangerschaft der Fische mit sich bringt.

Charakteristika (Länge, Breite, Form) des Guppy

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Nach wie vor erfreut sich der Guppy größter Beliebtheit – nicht zuletzt liegt das auch an seinem einzigartigen Äußeren, das für Begeisterung im Aquarium und bei allen Betrachtern sorgt. Das Hauptmerkmal des Guppys ist natürlich seine schillernde Farbpracht: in allen Farben des Regenbogens strahlen die verschiedenen Unterarten der Guppys. Mitunter sind einzelne Arten eher in dunklen Tönen gehalten, andere verfügen über intensive Rotfärbungen und wieder andere strahlen in einem herzlichen Blau. Jeder Guppy erfreut sich einer einzigartigen und individuellen Farbgebung, die so kein zweites Mal zu finden ist.

Doch neben der intensiven Farbkraft der schönen und beliebten Fische lässt sich auch über die grundsätzlichen Gegebenheiten des Körpers der Tiere viel sagen. So wird ein durchschnittlicher Guppy im Schnitt zwischen 3 und 5 Zentimeter lang – sowohl Männchen, als auch Weibchen. Alles in allem gelten die männlichen Exemplare jedoch als minimal größer als Weibchen. Die generelle Form des Tieres hängt vor allem mit der genauen Art und der Züchtung der Tiere zusammen. Insbesondere die Schwanzflosse gibt es, je nach Unterart, in den verschiedensten Formen und Ausführungen. Selbiges gilt auch für die Rückenflosse, die ebenfalls je nach Zucht variieren kann. Hier gibt es sowohl kurze und effektive Flossen, als auch dekorative, lange Flossen, die sich hervorragend zum Umwerben der Weibchen eignen.

Ein weiterer Faktor, der bei allen Guppys zu einem eindeutigen Identifikationsmerkmal wird, ist die Kopfform. Sie geht nahtlos in die Rückenlinie über und bildet so ein beinahe gerades Gesamtbild des Fisches. Der Kopf selbst verfügt über ein kleines, spitzes Mäulchen, über das die Nahrung aufgenommen werden kann.

Neben den bereits bekannten Farben, Formen und Mustern erlangt der Guppy jedoch beständig zu neuer Vielfalt, da im Rahmen neuer Züchtungen und Kreuzungen viele neue Gestaltungen und Motive entstehen, die den Guppy auf immer wieder neue Art ansprechend in Szene setzen und zu einem echten Highlight für Liebhaber der Art werden.

Die Wildform des Guppys

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Neben den zahlreichen Zuchtarten, die alle eigene Besonderheiten aufweisen, gibt es natürlich auch den ursprünglichen Guppy, der noch immer in freier Wildbahn anzutreffen ist. Hier verfügen ausschließlich die männlichen Exemplare über eine farbprächtige Vielfalt, die Weibchen sind generell eher in Brau- oder Grautönen zu finden. Außerdem verfügen in freier Wildbahn lebende Guppys männlichen Geschlechts über eine deutlich längere Schwanz- und Rückenflosse. Auch werden die dort lebenden Exemplare meist älter: während ein in Gefangenschaft lebender Guppy eine Lebenserwartung von ca. 2-4 Jahren hat, kann ein wildlebender Fisch dieser Art auch durchaus auch bis zu 6 Jahre alt werden.

Arten von Guppys

Man unterscheidet bei Guppys in verschiedene Arten, die sich vor allem durch die Zeichnung der Schwanzflosse unterscheiden und so auch bestimmen lassen. Innerhalb jeder Züchtung variieren neben der Form auch stets die Farben. Um die Vielfalt der Guppys nicht zu verändern, empfiehlt es sich nicht, verschiedene Guppy-Arten miteinander zu halten oder gar zu kreuzen. Dies würde auf lange Sicht nicht nur zu einem vermehrten Auftreten von Krankheiten führen, sondern auch die artenbedingte Vielfalt zerstören.

Grundsätzlich gehört der Guppy zu den Strahlenflossern, genauer gesagt zu der Untergruppe der Neuflosser. Innerhalb dieser Sektion unterscheidet man erneut im Rahmen der verschiedenen Unterarten. So gibt es bei den Guppys sowohl Großflosser, als auch Kleinflosser.

Großflosser – die größere Variante der Guppys

Zu den Großflossern gehören verschiedene Unterarbeiten der Guppys, unter anderem der Fahnenschwanz, der Fächerschwanz, der Leiterschwanz, Oben- und Untenschwert, der Triangelschwanz und der Doppelschwert-Guppy. All diese verschiedenen Arten unterscheiden sich kaum durch ihre Farbgebung, dafür umso stärker variiert die Form der Flosse. Während diese bei den Arten Triangel-, Fächer- und Fahnenschwanz nach hinten immer breiter wird, nimmt diese bei Unten- bzw. Obenschwert-Guppys, sowie bei Schleierschwanz-, Schwertflosser und Doppelschwert-Guppys eher ab. Meist lassen sich die verschiedenen Arten deutlich leichter anhand eines Männchens bestimmen, da das Hauptaugenmerk bei der Zucht hier auf den männlichen Guppys liegt. Weibliche Exemplare dagegen unterscheiden sich meist nur im Rahmen des Farbmusters auf der Flosse selbst. Bei Großflosser-Guppys stechen zudem meist die vorderen Flossen deutlich größer und markanter hervor.

Kleinflosser – kleinere Exemplare, exotischere Zucht

Noch ausgefallener sind die Arten der Flossen bei den Kleinflossern. Dazu zählen die verschiedenen Guppyarten des Nadelschwanzes, des Spatenschwanzes, des Speerschwanzes und des Rundschwanzes. All diese Guppys verfügen über eine individuelle Form der Schwanzflosse. Meist wird diese bei Kleinflossern zunächst sehr breit, nimmt jedoch in Form eines spitzen Endes langsam wieder ab. Kleinflosser verfügen zudem über sehr kleine Vorderflossen.

Farbvielfalt – unabhängig von der Art

Grundsätzlich unterscheiden sich Guppys farblich stark voneinander. Auch innerhalb einer bestimmten Art kommt es daher zu den verschiedensten Farbgebungen. In jeder speziellen Guppy-Gattung sind die männlichen Exemplare stets deutlich farbkräftiger als die weiblichen Fische es sind. Um dennoch eine grobe Linie für alle Arten zu schaffen und die Möglichkeit zur Ausstellung im Rahmen von Wettbewerben zu schaffen, wurden für jede Unterart einzelne Rasse-Standards festgelegt, die von den Züchtern erfüllt werden müssen. Nur wenn ein Guppy alle Rassemerkmale erfüllt, kann man sicher von einer Zugehörigkeit zur entsprechenden Unterart ausgehen.

Endler Guppy

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Der Endler Guppy (Poecilia wingei)ist ein kleiner und friedlicher Aquariumfisch, der aus Brasilien und Mittelamerika stammt. Endemisch stellt das nördliche Venezuela in der Region um die Laguna de los Patos und die Gewässer der Stadt Cumaná das Verbreitungsgebiet des Endlers Guppy dar. Die zierlichen Fische bevorzugen ufernahe Bereiche ruhiger Fließgewässern mit weichen schlammigen Untergründen und Brackwasser. Aquarien ab 40 Zentimeter Länge sind für den Endler Guppy geeignet. In dicht bepflanzten Aquarien fühlen sich die Poecilia wingei besonders wohl. Der pH-Wert sollte im Bereich von 5,5 bis 8,5 liegen, während die ideale Härte bei 5° bis 25° dGH liegt. Die optimale Wassertemperatur beträgt zwischen 18 und 28 Grad Celsius. Empfohlen wird eine nur geringe Wasserströmung, es sollten allerdings ausreichend Wurzelverstecke im Aquarium vorhanden sein. Endler Guppy fühlen sich in fast jedem Wasser mit stark variierenden Wasserwerten Zuhause.

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Im Vergleich mit ihren größeren Art-Verwandten sind Endler Guppys kleiner und kompakter. Die Männchen werden maximal zwei bis drei Zentimeter groß, während die Weibchen eine Größe von bis zu vier Zentimetern erreichen. Die Wildstamm Guppys gehören zur Familie der lebendgebärenden Zahnkarpfen (Poeciliidae) und werden maximal zwei Jahre alt. Die robusten Aquarienbewohner sind auch als vermehrungsfreudige Millionenfische bekannt, da sie sich sehr schnell fortpflanzen. Das Weibchen kann im Abstand von 30 bis 40 Tagen bis zu 30 Jungfische gebären. Da die Mutter unmittelbar nach der Geburt den Jungfischen nachstellt, sollten die Fischlarven von den Elternfischen getrennt werden. Nach drei Monaten sind die Jungfische bereits geschlechtsreif. In einem kleinen Aquarium kommt es dadurch schnell zu Inzucht und Degeneration, deshalb sollten regelmäßig Fische aus anderen Züchtungen eingesetzt werden.

Ein Endler Guppy ist ein Gruppenfisch und sollte mit Weibchenüberzahl gepflegt werden. Die unproblematischen Fische werden in kleinen Gruppen von 6-8 Exemplaren gehalten. Die pflegeleichten, anpassungsfähigen und ausdauernden Fische eignen sich sowohl für Gesellschaftsbecken und Arten- oder Garnelenbecken. Sie sind Allesfresser und ernähren sich ebenso gern von Lebendfutter wie von Algen und Flockenfutter. Die Poecilia wingei benötigen nur kleine Mengen an Futter, sollten aber mehrmals täglich gefüttert werden. Zu den wichtigsten Merkmalen des Endlers Guppy gehört der schlanke und gestreckte Körperbau. Die Männchen verfügen über eine äußerst variable Körperfärbung, die sich durch farbenprächtige Flecken und Bänder auszeichnet. Die metallisch glänzenden Weibchen sind gräulich gefärbt und ohne weitere farbige Musterungen. Männliche Fische sind am Gonopodium (der als Begattungsflosse umgeformten Afterflosse)deutlich erkennbar. Die größeren und fülligeren Weibchen besitzen einen sichtbaren Trächtigkeitsfleck.

Das ideale Guppy Aquarium

Aquarieneinrichtung für Guppys
Obwohl der Guppy ein recht anspruchsloser Fisch ist, der auch kleinere Haltungsfehler verzeiht, sind bei der Einrichtung des Aquariums einige Punkte zu beachten, damit sich die Fische wirklich wohl fühlen und dauerhaft gesund bleiben.

Größe des Aquariums
Die empfohlene Mindestgröße für Guppys sind 54 Liter, das Aquarium sollte also ca. 60 x 30 x 30 cm groß sein. Ein größeres Aquarium sorgt aber nicht nur für mehr Wohlbefinden bei den Fischen, sondern auch für eine bessere Wasserqualität. Je kleiner das Becken, desto häufiger muss das Wasser gewechselt werden. Besonders für Anfänger wird daher von vielen Experten eher ein Aquarium mit mindestens 100 Litern empfohlen.

Bodengrund
Guppys stellen auch an den Bodengrund keine besonderen Ansprüche. Wichtig ist nur, dass vom Boden kein Licht reflektiert wird, da dies die Fische sehr irritieren würde. Empfehlenswert ist dunkler Kies, da dieser optisch sehr ansprechend ist und die Farben der Fische schön zur Geltung bringt. Eine andere, recht preiswerte Alternative wäre Quarzsand.

Wasser
Die Wassertemperatur sollte zwischen 23°C und 27°C betragen, idealerweise tagsüber ca. 2°C wärmer als nachts. Der pH-Wert sollte zwischen 6,5 und 7 liegen. Das Aquarium muss natürlich über eine Filteranlage verfügen, um Schadstoffe aus dem Wasser zu filtern und es sollte wöchentlich ein Viertel bis ein Drittel des Wassers erneuert werden.

Beleuchtung
Guppys benötigen nicht allzu viel Licht, eine günstige Leuchtstoffröhre ist ausreichend und die Beleuchtungsdauer sollte ca. 12 Stunden betragen, da dies dem natürlichen Tag- Nachtrhythmus entspricht. Um starkes Algenwachstum zu verhindern, sollte das Aquarium nicht im direkten Sonnenlicht stehen.

Pflanzen
Guppys benötigen zwar keine bestimmten Pflanzen, es ist jedoch wichtig, dass es genügend Versteck- und Rückzugsmöglichkeiten im Aquarium gibt. Grundsätzlich wären auch Kunstpflanzen als Ergänzung zu Felsen und Höhlen möglich, aber echte Pflanzen verbessern zusätzlich die Wasserqualität und sollten daher bevorzugt werden.
Empfehlenswert sind Schwimmpflanzen wie Muschelblumen oder Riccia oder die Wasserpest, welche auch bei geringer Lichtintensität sehr gut gedeiht.

(FAQ): Woran erkenne ich eine Schwangerschaft

Ob ein Guppy schwanger ist, kann anhand des Bauchumfangs des Fisches festgestellt werden. Wie Frauen werden auch weibliche Guppys dicker und nehmen im Verlauf mehrerer Wochen eine kastenförmige Form an. Nach etwa einem Monat ist der Bauch des Guppy-Weibchens bereits sehr dick und die Brut ist bereit für die Geburt. Der nahende Geburtstermin ist auch Trächtigkeitsfleck zu erkennen. Dieser Punkt, der sich über der Afterflosse befindet, wird mit dem Verlauf der Schwangerschaft immer größer und verändert oft auch seine Farbe. Kurz vor der Geburt sind die Augen der Jungen durch den Fleck zu sehen.

Wenn die Wehen einsetzen, ist das an den sichtbaren Kontraktionen des Körpers zu sehen. Meistens zieht sich das Weibchen zwischen Pflanzen oder in eine ruhige Ecke des Aquariums zurück, wo es fast unbewegt an derselben Stelle schwimmt. Gelegentlich zeigt das Guppy-Weibchen auch Aggressionen, reibt sich an der Wand oder an Blättern oder schwimmt unter die Wasseroberfläche. Bei diesen Anzeichen ist der Guppy wahrscheinlich trächtig und steht kurz vor der Geburt.

(FAQ): Tragzeit bei Guppy Weibchen

Guppys gehören zu den wenigen Fischen, die keine Eier legen, sondern lebende Jungen gebären. Die Weibchen dieser Art werden im Alter von zwei bis drei Monaten geschlechtsreif. Eine Besonderheit der Guppyweibchen ist, dass sie in der Lage sind den Samen des Männchens zu speichern. Dies ist auch der Grund dafür, dass sie bereits vor der Geschlechtsreife begattet werden können. Hat das Weibchen erst einmal den männlichen Samen eingelagert, reicht dieser Vorrat für bis zu elf Bruten.

Damit kann das Weibchen alle 23 bis 30 Tage seine Nachkommen gebären. Die Anzahl der Jungen liegt jeweils zwischen zehn und hundert. Dies ist abhängig vom Alter der Fische und der Wassertemperatur im Aquarium. Aufgrund der massenhaften Vermehrung ist es ratsam, sich schon vor der Zucht um Abnehmer für die Fische kümmern. Außerdem ist es wichtig diejenigen Fische, die nicht zur Zucht vorgesehen sind, rechtzeitig nach Geschlechtern zu trennen. Ansonsten kann es leicht zu einer explosionsartigen Vermehrung der Guppys kommen.

(FAQ): Laichbecken

Laichbecken wie lange sollte die Babys dort bleiben

Bei normaler Entwicklung dauert der Aufenthalt ungefähr zwei Monate. Während dieser Zeit vollzieht sich ein enormer Entwicklungsschub. Das Laichbecken ist für die Babys der beste Schutz vor äußeren Eingriffen. In den ersten beiden Tagen nach dem Schlupf müssen sie sich erst an ihre Umgebung gewöhnen.

Da sie noch von ihrem eigenen Dottersack zehren, benötigen die Kleinen in dieser Zeit kein Futter. Trotzdem sollte man etwas Futtervorrat anbieten, weil die Jungtiere entwicklungsgemäß ein unterschiedliches Tempo besitzen. Manche von ihnen brauchen den Dottersack schneller auf als andere. Als Anfangsnahrung dienen Mikrowürmer, Cyclops oder teilweise frisch geschlüpfte Salzwasserkrebse (Artemia). Im Laufe der nächsten Tage ist auch feines Flockenfutter möglich. Zwischen den Finger zerrieben, ist es besonders zart.

Falls keine Möglichkeit besteht, lebendes Futter anzubieten, kann auch auf Frostfutter zurückgegriffen werden. Diese muss aber unbedingt außerhalb des Laichbeckens aufgetaut werden und noch vor dem Füttern unter klarem Wasser abgespült werden. Als Zuchtanfänger steht auch spezielles Aufzuchtfutter zur Verfügung. Dessen Inhaltsstoffe sind speziell auf den Organismus der Jungfische abgestimmt. Es enthält zudem alle wichtigen Nährstoffe, die für eine optimale Entwicklung der kleinen Guppys notwendig sind.

Die kleinen Gesellen besitzen einen sehr schnellen Stoffwechsel, sodass die Mahlzeiten mindestens zweimal täglich erfolgen müssen. Zuchtexperten empfehlen hierbei ungefähr drei bis 4 Portionen, die mengenmäßig spätestens nach fünf bis zehn Minuten aufgebraucht sind. An der Wasseroberfläche befindliche Futterreste müssen mit einem Sieb entfernt werden, um die Wasserqualität nicht zu beeinträchtigen.

Nach einer Dauer von sechs bis acht Wochen kann der Umzug der selbst gezüchteten Guppybabys in ein eigenes oder in das elterliche Becken erfolgen. Eine genaue geschlechtliche Bestimmung ist bereits nach weiteren fünf Wochen möglich. Für Zuchtexperten ist ab diesem Zeitpunkt eine erste Trennung möglich. Anfänger hingegen sollten die Weibchen noch über einen längeren Zeitraum hinaus beobachten, denn mitunter entwickelt sich daraus doch noch eine „Mutation“. Manche Männchen zeigen sich erst später in ihrer wahren Pracht. Sie sind eben echte Spätzünder!

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